Glossar › Direct Lending
Direct Lending bezeichnet Kredite, die Fonds direkt an meist mittelständische Unternehmen vergeben, ohne Bank und ohne Börse dazwischen.
Seit Banken nach der Finanzkrise strenger reguliert werden, haben Kreditfonds einen großen Teil der Unternehmensfinanzierung übernommen, vor allem bei Übernahmen durch Private-Equity-Häuser. Die Kredite sind meist vorrangig besichert und variabel verzinst; der Zins setzt sich aus einem Referenzzins und einem Aufschlag zusammen. Laufende Zinszahlungen machen Direct Lending zur ertragsstärksten Säule vieler semi-liquider Kreditfonds.
Die Risiken liegen in der Qualität der Schuldner. Steigen Zinsen, wird der Schuldendienst teurer, und schwächere Unternehmen geraten unter Druck. Achten sollte man auf den Anteil vorrangiger Kredite, die durchschnittliche Verschuldung der Schuldner, die Zahl der notleidenden Kredite und darauf, ob Zinsen bar gezahlt oder dem Kredit zugeschlagen werden. Viele dieser Kennzahlen stehen auf den Fondsseiten.
28 der 139 aktiven Fonds nennen Direct Lending als Strategie; die Anlageklasse Private Credit umfasst 36 Fonds. Die laufenden Kosten der Direct-Lending-Fonds liegen im Median bei 2 % pro Jahr.
Direct-Lending-Fonds (alphabetisch) · Stand 16.10.2026