Jeder Fachbegriff aus den Wissen-Kapiteln, der Datenbank, dem Vergleich und den Fondsseiten — kurz und einfach erklärt. Die großen Themen dahinter erklären wir ausführlich im Wissensbereich.
155 Begriffe
European Long-Term Investment Fund — ein EU-weit einheitlich regulierter Fondstyp für langfristige Anlagen in die Realwirtschaft. Ausdrücklich auch für Privatanleger gedacht.
Die seit 2024 überarbeitete Fassung der ELTIF-Regeln. Sie hat die frühere Mindestanlage von 10.000 € abgeschafft und Rückgaben erleichtert — der Grund für den aktuellen Boom.
Alternativer Investmentfonds — der Sammelbegriff für alle Fonds, die keine klassischen UCITS-Publikumsfonds sind. Fast alle Private-Markets-Fonds sind AIFs.
Ein Fonds ohne festes Laufzeitende. Er läuft dauerhaft, nimmt fortlaufend Geld auf und investiert es wieder — die Grundlage semi-liquider Strukturen.
Investmentgesellschaft mit veränderlichem Kapital (v. a. Luxemburg). Eine gängige rechtliche Hülle für Fonds; das Kapital wächst und schrumpft mit Zeichnungen und Rückgaben.
Eine SICAV nach Teil II des Luxemburger Fondsgesetzes — erlaubt Anlagen in illiquide Vermögenswerte und ist auch für Privatanleger zugänglich.
Reserved Alternative Investment Fund. Eine Luxemburger Struktur, die schneller aufgelegt werden kann, weil die Aufsicht am Verwalter (AIFM) ansetzt, nicht am Fonds selbst.
Fonds commun de placement à risque — eine französische Fondsform für nicht-börsennotierte Anlagen, häufig für Private Equity.
Long-Term Asset Fund — das britische Gegenstück zum ELTIF für langfristige, illiquide Anlagen.
Das US-Pendant: ein Fonds, der nur zu festen Intervallen (z. B. quartalsweise) und in begrenztem Umfang Rückgaben zulässt.
Die zugelassene Gesellschaft, die den Fonds verwaltet — trifft die Anlageentscheidungen und trägt die regulatorische Verantwortung.
Eine unabhängige Bank, die das Fondsvermögen verwahrt und überwacht — eine Schutzinstanz zwischen Verwalter und Anlegergeld.
Verschiedene Varianten desselben Fonds — z. B. für Privatanleger oder Großanleger, ausschüttend oder thesaurierend. Kosten und Mindestanlage können sich je Klasse deutlich unterscheiden.
Die weltweit eindeutige zwölfstellige Kennnummer eines Wertpapiers — damit findest du einen konkreten Fonds zweifelsfrei.
Das Land, in dem der Fonds rechtlich beheimatet ist (oft Luxemburg oder Frankreich). Bestimmt Aufsicht und teils die Besteuerung.
Das Jahr, in dem der Fonds gestartet ist. Junge Fonds haben noch wenig Historie und sind oft noch nicht voll investiert.
Das rechtlich verbindliche Hauptdokument eines Fonds. Hier stehen die echten Regeln zu Kosten, Rücknahme und Risiken — Grundlage unserer Daten.
Ein standardisiertes, kurzes Pflichtdokument mit Kosten, Risiko und Szenarien. Weil es einheitlich ist, lassen sich Fonds damit gut vergleichen.
EU-Einordnung zur Nachhaltigkeit: Artikel 6 = keine besonderen Nachhaltigkeitsziele, Artikel 8 = fördert ökologische/soziale Merkmale, Artikel 9 = verfolgt ein ausdrückliches Nachhaltigkeitsziel.
Der Risikoindikator aus dem Basisinformationsblatt auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 7 (hoch). Eine schnelle Orientierung, wie schwankungsanfällig eine Anlage ist.
Gibt an, ob ein Fonds in Deutschland offiziell an Privatanleger verkauft werden darf. Ohne sie ist er hier in der Regel nicht zeichenbar.
Die EU-Richtlinie für Verwalter alternativer Investmentfonds. Die Novelle AIFMD II (anzuwenden ab April 2026) verpflichtet offene Fonds unter anderem, mindestens zwei Liquiditäts-Werkzeuge fest in den Fondsdokumenten zu verankern.
Technische Regulierungsstandards zur ELTIF-Verordnung. Sie legen unter anderem fest, wie Rücknahmefrequenz, Kündigungsfrist und Rücknahmequote eines ELTIF zusammenpassen müssen — je kürzer die Frist, desto kleiner das zulässige Rücknahmefenster.
Der rechtlich verbindliche Regeltext eines Fonds: Anlagepolitik, Grenzen, Rücknahmeregeln, Kosten. Bei Streitfragen — etwa zur steuerlichen Einstufung — zählt, was hier steht, nicht die Marketingbroschüre.
Die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung vor dem Kauf: Kenntnisse und Erfahrung, finanzielle Lage samt Verlusttragfähigkeit sowie Anlageziele und Horizont. Bei ELTIFs ist sie auf jedem Vertriebsweg Pflicht.
Die EU-Finanzmarktrichtlinie, die den Wertpapiervertrieb regelt — Beratungspflichten, Kostentransparenz, Geeignetheit. Die ELTIF-Verordnung verweist für die Anlegerprüfung ausdrücklich auf sie.
Reine Auftragsausführung ohne Beratung und ohne Eignungsprüfung. Bei ELTIFs ist dieser Weg nach Auffassung der BaFin nicht zulässig — der Fragebogen lässt sich also nicht überspringen.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht — die deutsche Finanzaufsicht. Sie beaufsichtigt Verwaltungsgesellschaften und Vertrieb und veröffentlicht Auslegungshinweise, etwa zu ELTIF-Vertriebsfragen.
Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde. Sie erarbeitet die technischen Standards und Leitlinien, die nationale Aufseher wie die BaFin anwenden.
Die Schweizer Finanzmarktaufsicht. Der EU-Vertriebspass gilt in der Schweiz nicht: Ausländische Fonds brauchen für nicht-qualifizierte Anleger eine FINMA-Genehmigung samt Vertreter und Zahlstelle.
Das Recht, einen in einem EU-Land zugelassenen Fonds nach einer Anzeige (Notifizierung) auch in anderen EU-Ländern anzubieten. Entscheidend ist immer, ob der konkrete Fonds für dein Land notifiziert ist.
Finanzanlagenvermittler mit Gewerbeerlaubnis nach § 34f GewO. Sie dürfen ELTIFs vermitteln, unterliegen aber der Gewerbeaufsicht statt der BaFin-Wertpapieraufsicht.
Beratungsmodell, bei dem allein der Kunde zahlt. Unvermeidbare Zuwendungen Dritter müssen vollständig an ihn weitergereicht werden — im Unterschied zum Provisionsvertrieb.
Provisionen und geldwerte Vorteile, die ein Vertrieb vom Produktanbieter erhält. Sie sind offenzulegen; Plattform-Rabatte auf den Ausgabeaufschlag sind dagegen ein Preisnachlass an dich, keine Zuwendung.
Die Bank, die dein Depot führt und die Anteile verwahrt. Nicht jede Depotbank kann ELTIFs technisch abwickeln — das entscheidet mit, welche Fonds dir überhaupt zugänglich sind.
Key Information Document — das dreiseitige EU-Pflichtdokument mit Risikoindikator, Kostenausweis und Szenarien. In Deutschland auch Basisinformationsblatt (BIB) genannt; die zentrale Vergleichsgrundlage.
Der gesetzliche Zeitraum, in dem du eine Zeichnung kostenfrei zurückziehen kannst. Bei ELTIFs liegt sie typischerweise vor dem — oft nur monatlichen — Zeichnungstermin.
Der verbindliche Kaufauftrag für Fondsanteile. Anders als beim Börsenkauf steht der Preis dabei noch nicht fest; abgerechnet wird zum später festgestellten NAV.
Anteilsbruchteile statt ganzer Anteile. Sie machen kleine Beträge und Sparpläne möglich und werden vor allem von Neobrokern angeboten.
Der klassische geschlossene Fonds: Du sagst Kapital zu, der Fonds ruft es über Jahre in Tranchen ab. Gegenmodell zum Evergreen, bei dem dein Geld sofort vollständig investiert ist.
In Deutschland regulierter Publikumsfonds für Immobilien mit gesetzlicher Mindesthaltedauer von 24 Monaten und zwölfmonatiger Kündigungsfrist. Historisches Vorbild und Vergleichsmaßstab für semi-liquide Strukturen.
Regelmäßige, aber begrenzte Rückgabemöglichkeit — zwischen börsentäglich handelbar und komplett geschlossen. Rückgabe nur zu festen Terminen und gedeckelt.
Der Wert eines Fondsanteils: Fondsvermögen minus Verbindlichkeiten, geteilt durch die Anteile. Zu diesem Preis wird gezeichnet und zurückgegeben. Bei Private Markets beruht er auf Bewertungen, nicht auf Börsenkursen.
Wie oft man neu einsteigen (Anteile kaufen) kann — z. B. täglich, monatlich oder quartalsweise.
Wie oft man Anteile zurückgeben kann. Je häufiger, desto liquider der Fonds — quartalsweise ist der häufigste Fall.
Der feste Termin, zu dem Rückgaben abgewickelt werden. Außerhalb dieser Termine kommt man nicht an sein Geld.
Wie lange vor einem Rücknahmetermin man die Rückgabe ankündigen muss (z. B. 90 Tage). Zwischen Wunsch und Auszahlung liegen dadurch oft Monate.
Eine Obergrenze, wie viel je Termin insgesamt zurückgegeben werden darf — meist als Prozentsatz des Fondsvermögens (häufig ~5 % je Quartal). Wird sie überschritten, wird nur anteilig bedient, der Rest wandert in den nächsten Termin.
Eine Anfangssperrfrist, in der gar keine Rückgabe möglich ist (z. B. die ersten 12–24 Monate nach dem Kauf).
Ein Abschlag auf den Rückgabewert, oft nur in den ersten Jahren. Soll frühe Ausstiege bremsen und die verbleibenden Anleger schützen.
Die Zeit von der Abwicklung der Rückgabe bis das Geld tatsächlich auf dem Konto ist (in Bankarbeitstagen).
Im Ausnahmefall kann der Fonds Rückgaben vorübergehend ganz stoppen — der stärkste Schutzmechanismus, wenn zu viele gleichzeitig raus wollen.
Ein Verfahren, das die Handelskosten großer Rückgaben denen anlastet, die zurückgeben — damit die verbleibenden Anleger nicht dafür zahlen.
Der Anteil des Fonds, der in schnell verfügbaren Anlagen liegt (Kasse, börsennotierte Titel), um Rückgaben bedienen zu können.
Der Zeitraum, für den die Anlage gedacht ist — bei semi-liquiden Fonds meist fünf Jahre und mehr.
Unsere eigene Kennzahl von 1 bis 5, wie leicht man an sein Geld kommt — aus Rücknahmefrequenz, Gate, Kündigungsfrist und Rücknahmeabschlag. Sie bewertet den Zugang zum Geld, nicht die Qualität des Fonds.
Die anteilige Bedienung, wenn mehr zurückgegeben werden soll, als das Gate zulässt: Jeder bekommt denselben Prozentsatz seines Wunsches ausgezahlt. Wer 100 % zurückgeben will, erhält bei einer 50-%-Quote also die Hälfte.
Der Instrumentenkasten, mit dem offene Fonds Rücknahmen steuern, ohne Vermögenswerte unter Wert verkaufen zu müssen: Swing Pricing, Anti-Dilution Levy, Kündigungsfristen, Sachwert-Rücknahme, Side Pockets, Gates und Aussetzung.
Eine Gebühr, die zurückgebende Anleger für die von ihnen ausgelösten Transaktionskosten tragen. Wirtschaftlich wie Swing Pricing — nur wird der Anteilspreis nicht verschoben, sondern gezielt der Verursacher belastet.
Die Abtrennung schwer bewertbarer oder illiquider Positionen in einen eigenen Topf. Der Hauptfonds bleibt handelbar; der abgetrennte Teil wird ausgezahlt, sobald er verwertet ist.
Rückgabe gegen Sachwerte statt Bargeld: Der Anleger erhält Anteile am Portfolio. In der Praxis nur für große, meist institutionelle Rückgaben relevant.
Die Größe der Preisanpassung beim Swing Pricing — meist in Prozent des Anteilspreises, mit einem im Prospekt genannten Maximalwert.
Kauf und Rückgabe erfolgen zu einem Preis, der erst nach Auftragserteilung festgestellt wird. Anders als an der Börse kennst du den Abrechnungskurs beim Auftrag also noch nicht.
Die jährlichen Gesamtkosten des Fonds in Prozent (Verwaltung, Verwahrung und Weiteres zusammengefasst). Die wichtigste einzelne Kostenzahl für den Vergleich.
Die Vergütung für die Verwaltung des Fonds — meist ein fester Prozentsatz des Vermögens pro Jahr, unabhängig vom Erfolg.
Ein einmaliger Aufschlag beim Kauf (z. B. 3 %). Viele Plattformen reduzieren ihn oder erlassen ihn ganz.
Eine zusätzliche Gebühr auf den erzielten Gewinn — der Verwalter wird am Erfolg beteiligt, üblich sind rund 10–20 % des Gewinns oberhalb einer Schwelle.
Die Mindestrendite, ab der überhaupt eine Performance Fee anfällt (oft 5–8 % pro Jahr). Erst was darüber liegt, wird geteilt.
Eine Klausel, nach der der Verwalter oberhalb der Hurdle zunächst überproportional am Gewinn beteiligt wird, bis das vereinbarte Aufteilungsverhältnis erreicht ist.
Eine Erfolgsgebühr fällt nur an, wenn der Fonds einen neuen Höchststand erreicht — für zwischenzeitliche Verluste wird nicht doppelt kassiert.
Die Pflicht, Kosten der Zielfonds in den Kostenausweis des Dachfonds einzurechnen. Ein korrektes KID zeigt damit die Gesamtbelastung beider Ebenen — nicht nur die Gebühr der obersten.
Die Summe aller Ebenen: Einstiegskosten, laufende Fondskosten, Erfolgsgebühr, gegebenenfalls Zielfondskosten und Ausstiegskosten. Erst zusammen ergeben sie, was eine Anlage wirklich kostet.
Anlagen abseits der Börse — Unternehmen, Kredite, Infrastruktur, Immobilien. Gegenstück zu den börsengehandelten Public Markets.
Beteiligung an nicht-börsennotierten Unternehmen, die über Jahre entwickelt und später verkauft werden. Ausführlich im Wissensbereich.
Mehrheitsübernahme reifer Unternehmen, oft teils fremdfinanziert — die häufigste Private-Equity-Strategie.
Beteiligung an jungen Start-ups in der Frühphase: hohe Chance, hohes Risiko.
Kauf bereits bestehender Fondsanteile von anderen Investoren — streut breiter und mildert die frühe Verlustphase.
Kredite an Unternehmen abseits der Banken; der Anleger verdient an den Zinsen. Ausführlich im Wissensbereich.
Vorrangige, besicherte Kredite direkt an mittelständische Firmen — die risikoärmste Private-Credit-Variante.
Nachrangige Kredite: höhere Zinsen als Ausgleich für ein höheres Ausfallrisiko.
Anlagen in physische Basisstrukturen wie Netze, Verkehr und Digitales — lange Laufzeiten, stabile, oft inflationsgekoppelte Erträge.
Beteiligung an Gebäuden und Grundstücken; Ertrag aus Mieten und Wertsteigerung.
Ein Fonds, der mehrere Private-Markets-Klassen kombiniert (z. B. Equity, Credit, Infrastruktur) — Streuung in einem Produkt.
Streuung über viele Anlagen, um das Risiko einzelner Ausfälle abzufedern — der Kerngedanke von Dach- und Multi-Asset-Fonds.
Einsatz von Fremdkapital, um die Anlage zu vergrößern. Steigert die Renditechance — und ebenso das Risiko.
Der Fondsmanager, der Investitionen auswählt, betreut und verkauft. Gegenstück zum LP, der das Kapital stellt.
Der Kapitalgeber eines Private-Markets-Fonds — Pensionskassen, Versicherer, Stiftungen. Semi-liquide Fonds bündeln viele kleine Anleger in einer vergleichbaren Rolle.
Die zwei Grundformen am Zweitmarkt: Beim LP-led verkauft ein Investor seine Fondsanteile; beim GP-led organisiert der Manager selbst eine Transaktion, meist über einen Continuation Fund.
Ein neues Vehikel, in das ein Manager Unternehmen aus einem auslaufenden Fonds überträgt, um sie länger zu halten. Bestehende Investoren können auszahlen lassen oder mitgehen — die Preisfindung ist hier besonders sensibel.
Direkte Mitinvestition in ein einzelnes Unternehmen neben einem Fonds — meist zu geringeren Gebühren, dafür konzentrierter im Risiko.
Ein Fonds, der in andere Fonds investiert. Maximale Streuung über Manager und Strategien, dafür zwei Gebührenebenen — im KID per Look-through zusammenzurechnen.
Zusagen an neu aufgelegte Fonds, also der Einstieg zum Start. Gegenstück zu Secondaries, wo bereits investierte Portfolios gekauft werden.
Das Jahr, in dem ein Fonds zu investieren beginnt. Weil das Einstiegsumfeld die Rendite stark prägt, ist die Streuung über mehrere Jahrgänge ein zentrales Risikoargument.
Ein Fonds, dessen Portfolio beim Einstieg noch nicht feststeht — du kaufst die Strategie und das Team. Secondaries sind das Gegenteil: Dort ist sichtbar, was im Portfolio liegt.
Die Aufforderung an Investoren geschlossener Fonds, zugesagtes Kapital einzuzahlen. Semi-liquide Fonds kennen das nicht — dort wird der volle Betrag sofort investiert.
Der typische Renditeverlauf geschlossener Fonds: erst negativ, weil Kosten vor Erträgen anfallen, später steigend. Evergreens dämpfen den Effekt, weil sie in bereits arbeitende Portfolios einsteigen.
Renditeverlust durch Liquidität, die zwar bereitgehalten, aber nicht investiert wird. Der Preis dafür, dass ein semi-liquider Fonds Rückgaben bedienen können muss.
Das Investieren des eingesammelten Geldes. Wie schnell ein Fonds sein Kapital arbeiten lässt, entscheidet mit über die Anfangsrendite.
Zugesagtes, aber noch nicht investiertes Kapital am Markt. Hohe Bestände zeigen Investitionsdruck und beeinflussen die Preise für Unternehmen.
Fallen Aktien und Anleihen, steigt der Anteil der Private Markets im Portfolio rechnerisch über die Zielquote — Investoren verkaufen dann Fondsanteile am Zweitmarkt, oft mit Abschlag.
Der Preisabschlag gegenüber dem zuletzt festgestellten Nettoinventarwert, zu dem Fondsanteile am Zweitmarkt den Besitzer wechseln. Er entschädigt für Bewertungsalter, Restrisiko und Kapitalbindung.
Kaufpreisstundung: Ein Teil wird erst später gezahlt. Das hebt den nominalen Preis, senkt aber den Barwert — Pricing-Angaben sind deshalb nicht ohne Weiteres vergleichbar.
Minderheitsbeteiligung an wachsenden, meist schon profitablen Unternehmen. Weniger riskant als Venture Capital, dynamischer als Buyout.
Ein einzelner Kredit, der vor- und nachrangige Anteile zu einem Mischzins vereint. Praktisch für den Kreditnehmer, mittleres Risiko für den Anleger.
Kredite, die im Insolvenzfall zuerst bedient und zusätzlich mit Sicherheiten unterlegt sind — die risikoärmste Stufe und das Rückgrat der meisten Private-Credit-Fonds.
Forderungen, die erst nach den vorrangigen Gläubigern bedient werden. Höhere Zinsen als Ausgleich für das höhere Ausfallrisiko.
Zinsen, die nicht bar gezahlt, sondern der Kreditsumme zugeschlagen werden. Ein steigender PIK-Anteil zeigt, dass Ertrag ausgewiesen, aber noch nicht vereinnahmt wurde.
Ein Kredit, für den keine Zinsen mehr vereinnahmt werden, weil der Schuldner nicht zahlt. Die Non-Accrual-Quote ist der ehrlichste Frühindikator für die Kreditqualität eines Portfolios.
Vertragliche Auflage in einem Kreditvertrag, etwa zu Verschuldungsgrenzen. Sie gibt dem Kreditgeber früh ein Eingriffsrecht — fehlen solche Klauseln, spricht man von covenant-lite.
Der Zinsaufschlag über dem Referenzzins. Er ist die eigentliche Risikoprämie eines Kredits — und die Größe, die man über die Zeit im Blick behalten sollte.
Kredite, die durch konkrete Vermögenswerte besichert sind — Maschinen, Forderungen, Immobilien. Fällt der Kredit aus, steht ein greifbarer Gegenwert dahinter.
Kredite an junge, wachsende Unternehmen, oft ergänzend zu Venture Capital. Höhere Verzinsung, aber wenig Substanz als Sicherheit.
Kredite an oder Beteiligungen in Unternehmen in Schwierigkeiten. Hohe Renditechance bei entsprechend spekulativem Risikoprofil.
Die Ausfallquote misst, welcher Anteil der Kredite notleidend wird; die Recovery Rate, wie viel davon am Ende zurückfließt. Erst beide zusammen ergeben den tatsächlichen Verlust.
Kreditsumme im Verhältnis zum Wert der Sicherheit. Je niedriger, desto größer der Puffer, bevor ein Wertverlust den Kreditgeber trifft.
Die gängige Risikoleiter bei Sachwerten: Core meint fertige, vermietete Objekte mit stabilen Erträgen, Value-Add solche mit Entwicklungsbedarf, Opportunistic Projekte mit dem höchsten Risiko und der höchsten Renditeerwartung.
Vergütungsmodell in der Infrastruktur: Bezahlt wird für die Verfügbarkeit einer Anlage, nicht für die tatsächliche Nutzung. Das macht die Erträge unabhängig von der Nachfrage.
Das befristete Recht, eine Infrastruktur zu betreiben und Erlöse daraus zu erzielen. Läuft sie aus, endet der Cashflow — die Restlaufzeit gehört deshalb in jede Bewertung.
Die Sorge, dass in Publikumsprodukte vor allem die Transaktionen wandern, die institutionelle Investoren nicht wollten. Prüfbar an der Deal-Herkunft und daran, ob Parallel-Vehikel dieselben Investments teilen.
Der kleinste Betrag, mit dem man einsteigen kann. Reicht heute von 1 € bis zu sechsstelligen Summen.
Das gesamte im Fonds verwaltete Vermögen (Assets under Management). Größere Fonds sind oft breiter gestreut und liquider.
Thesaurierend = Erträge werden im Fonds wieder angelegt; ausschüttend = Erträge werden ausgezahlt. Bestimmt, ob du laufende Auszahlungen bekommst.
Möglichkeit, regelmäßig (z. B. monatlich) einen festen Betrag einzuzahlen, statt einer Einmalanlage.
Die Wertentwicklung seit dem Start des Fonds, meist pro Jahr angegeben. Bei jungen Fonds nur begrenzt aussagekräftig.
Weil es keinen Börsenkurs gibt, wird der Wert privater Anlagen rechnerisch geschätzt — regelmäßig, aber geglättet und mit Verzögerung gegenüber der Realität.
Die geldgewichtete Rendite: Sie berücksichtigt, wann wie viel Geld geflossen ist. Aussagekräftig für geschlossene Fonds, aber empfindlich gegenüber frühen Rückflüssen und Kreditlinien — und sie sagt nichts über den absoluten Gewinn.
Multiple on Invested Capital: das Vielfache des eingesetzten Kapitals, ohne Zeitbezug. 1,8x heißt, aus einem Euro wurden 1,80 Euro — ob in drei oder zehn Jahren, sagt die Kennzahl nicht.
Total Value to Paid-In: Ausschüttungen plus aktueller Wert im Verhältnis zum eingezahlten Kapital. Der Gesamtwert-Multiplikator — enthält aber noch unrealisierte Bewertungen.
Distributions to Paid-In: der Anteil des eingezahlten Kapitals, der tatsächlich zurückgeflossen ist. Die härteste Kennzahl, weil sie nur realisiertes Geld zählt.
Residual Value to Paid-In: der noch im Fonds steckende, bewertete Restwert im Verhältnis zur Einzahlung. TVPI ist die Summe aus DPI und RVPI.
Die Renditeform, die Zu- und Abflüsse neutralisiert und damit die reine Leistung des Managers misst. Das ist die Zahl, die im Factsheet eines Evergreen-Fonds steht.
Rendite, die Höhe und Zeitpunkt der Zahlungsströme mit einrechnet — die IRR ist ihr bekanntester Vertreter. Sie beschreibt dein Ergebnis, nicht die Leistung des Fonds.
Ein Näherungsverfahren für die zeitgewichtete Rendite, das Mittelzuflüsse anteilig nach Zeit gewichtet. Wird häufig verwendet, wenn keine täglichen Bewertungen vorliegen.
Vergleichsmethode, die dieselben Zahlungsströme in einen Aktienindex investiert und gegenrechnet. Die fairste Antwort auf die Frage, ob sich Private Markets gegenüber der Börse gelohnt haben.
Eine Kreditlinie, mit der ein Fonds Investitionen vorfinanziert, bevor er Kapital abruft. Das verkürzt die Kapitalbindung und hebt die ausgewiesene IRR, ohne dass das Portfolio besser geworden wäre.
Der geschätzte Preis, den ein Käufer heute zahlen würde. Grundlage jeder NAV-Berechnung bei nicht-börsennotierten Anlagen — eine begründete Schätzung, kein beobachteter Marktpreis.
Die Bewertungshierarchie der Rechnungslegung: Level 1 sind Börsenkurse, Level 2 abgeleitete Marktdaten, Level 3 Modellwerte mit eigenen Annahmen. Private-Markets-Anlagen sind fast immer Level 3.
Der internationale Rechnungslegungsstandard zur Fair-Value-Bewertung. Er definiert die Bewertungshierarchie und verlangt den Preis, den ein Verkauf heute erzielen würde.
Branchenstandard für die Bewertung von Private-Equity-Beteiligungen. Er legt fest, welche Verfahren wann anzuwenden sind, und schafft damit die Vergleichbarkeit zwischen Managern.
Bewertung anhand von Vergleichswerten börsennotierter Unternehmen oder vergleichbarer Verkäufe — etwa das Vielfache des operativen Gewinns. Das gängigste Verfahren bei Unternehmensbeteiligungen.
Bewertung über die abgezinsten künftigen Zahlungsströme. Der Diskontierungssatz ist dabei die entscheidende Stellschraube — kleine Änderungen bewegen den Wert erheblich.
Das in Deutschland übliche Gutachterverfahren für Immobilien: Der Wert ergibt sich aus den nachhaltig erzielbaren Mieterträgen. International entspricht ihm die Bewertung nach dem RICS-Standard.
Der statistische Effekt, dass geschätzte Werte träger reagieren als Marktpreise: Bewertungen entstehen zeitversetzt und orientieren sich am Vorwert. Die Schwankung verschwindet dadurch nicht, sie wird nur später sichtbar.
Rechnerische Korrektur der Glättung, um realistischere Risikokennzahlen zu erhalten. Ohne sie erscheinen Private-Markets-Anlagen in Portfoliomodellen schwankungsärmer, als sie wirtschaftlich sind.
Kritischer Begriff (geprägt von Cliff Asness) für den Umstand, dass seltene Modellbewertungen Schwankungen optisch verschwinden lassen. Gemeint ist keine Manipulation, sondern ein Messeffekt — der Portfoliokennzahlen dennoch verzerrt.
Das deutsche Regelwerk für die Besteuerung von Fondsanlagen. Ob ein ELTIF darunterfällt und welche Teilfreistellung gilt, hängt von seiner Struktur und seinen Anlagebedingungen ab.
Die pauschale Steuer auf Kapitalerträge von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Depotbank führt sie in der Regel automatisch ab.
Der jährliche Freibetrag für Kapitalerträge. Ein Freistellungsauftrag bei der Depotbank sorgt dafür, dass er auch tatsächlich genutzt wird — sonst wird zunächst voll besteuert.
Eine jährliche Mindestbesteuerung thesaurierender Fonds: Auch ohne Ausschüttung wird ein rechnerischer Mindestertrag versteuert. Die Steuer wird dem Verrechnungskonto belastet — dort sollte Guthaben liegen.
Rechengröße der Vorabpauschale: Rücknahmepreis zum Jahresanfang multipliziert mit 70 % des Basiszinses. Die Vorabpauschale ist auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres begrenzt.
Der vom Bundesfinanzministerium jährlich veröffentlichte Zinssatz, aus dem sich der Basisertrag ableitet. Steigt er, steigt auch die Vorabpauschale.
Ein steuerfreier Anteil der Erträge, der ausgleichen soll, dass der Fonds bereits auf eigener Ebene Steuern zahlt. Höhe und Anspruch hängen davon ab, wie der Fonds anlegt — bei vielen ELTIFs beträgt sie null.
Der Anteil des Fondsvermögens, der dauerhaft in Aktien und vergleichbaren Kapitalbeteiligungen steckt. Sie entscheidet über die Teilfreistellung — Darlehensforderungen zählen dabei nicht mit.
Ein Fonds, der die für die deutsche Besteuerung nötigen Daten meldet. Fehlen sie, kann eine pauschale Ersatzbemessung greifen, die für Anleger meist ungünstiger ausfällt.
Steuer, die im Ursprungsland der Erträge einbehalten wird. Auf Fondsebene mindert sie die Rendite, ohne dass sie beim Privatanleger einzeln sichtbar wäre.